Programmieren lernen in Zeiten von Corona

Seit 2018 gebe ich Kurse für „Creative Coding“ an deutschen Designhochschulen. Das Thema ist aktuell wie nie, denn längst ist Programmierung in der Designwirtschaft ein enorm gefragter Skill, gerade in Kombination mit kreativ-konzeptionellen Fähigkeiten.

Mit dem Aufkommen der inzwischen ikonischen Programmiersprache „Processing“ um 2002 wurde das Thema „Creative Coding“ sehr bekannt und erstmals für eine ganz neue Zielgruppe zugänglich: Die visuellen Lerntypen. Das sind Menschen, die visuell denken und eben oft auch arbeiten. Anders gesagt: Künstler und Designer.

Ich selbst konnte mich über Processing autodidaktisch dem sonst schwer zugänglichen Terrain der Programmierung nähern, denn abstrakte Konzepte wie Funktionen, Variablen oder gar Klassen und Objekte werden mit Processing visuell erfahrbar. Meine Begeisterung für das Thema ist seit 2015 ungebrochen und inzwischen habe ich auch schon für große, renommierte Agenturen und Verlage als Creative Coder gearbeitet, darunter dem Springer Wissenschaftsverlag, der Agentur Strichpunkt und der New York Times. Zusätzlich konnte ich durch Creative Coding mein Wissen im Bereich Webdevelopment ausbauen, was unter Anderem zu Der Digitale Raum geführt hat.

Dieser und einige andere Aspekte motivieren mich nachhaltig, dieses Wissen und auch die Begeisterung für das spannende Feld Creative Coding weiterzugeben.

Zu Beginn der Corona-Krise wurde klar, dass die Lehre an sich vor einer gewaltigen Herausforderung steht. Unterrichten in der Gruppe vor Ort stand plötzlich völlig überrachend in Frage. Zum Glück hatte ich schon 2019 begonne, ein Curriculum für meine Studenten zu entwickeln, das ich Anfang 2020 schon in Form von Videos zu veröffentlichen begonnen hatte. Mit der Corona-Krise festigte sich der Plan, diese Inhalte für Menschen auf der ganzen Welt verfügbar zu machen.

Inzwischen ist daraus eine komplexe e-Learning-Plattform geworden, auf der hunderte Menschen weltweit aktiv an meinen Kursen teilnehmen.

Technisch wuchs das Projekt zu einer umfangreichen WordPress-Applikation mit User-Management, vielen Datensträngen, Custom Post-Types und Post-Meta-Feldern, Community-Features und einem stark angepassten Backend.

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